SCHROTHPOWER Ultratrail „Ich bin die Kraft“

Karwendel 2020

Am 19.08.2020 um 10h30 war es soweit! Nach 3 Monaten Vorbereitung startet unser SCHROTHPOWER Ultratrail „Ich bin die Kraft“. Vor mir liegen 122km und 8000 Höhenmeter und Petra ist einen Tag und eine komplette Nacht für Unterstützung, Verpflegung und Logistik zuständig. Zum ersten Mal werde ich nun die Strecke, die ich die letzten 3 Monate gemeinsam mit Petra ausgewählt und erkundet habe am Stück laufen.

Nachdem uns klar wurde, dass in diesem Jahr mehr oder weniger keine Laufveranstaltungen stattfinden werden, hatten wir die Idee unseren eigenen Ultratrail zu veranstalten. Unter dem Motto „Ich bin die Kraft“ Eigeninitiative zeigen, die Dinge selber in die Hand nehmen und etwas Eigenes erschaffen (na dann mach ma´s halt selber) haben wir nicht nur die Strecke entworfen und die Logistik organisiert, sondern wir hatten so viel Spass dabei, daß wir auch noch eigene T-Shirts und Start- und Zielbanner produzierten.

Die Sonne strahlt nach dem Gewitter vom Vorabend, das Wetter ist perfekt. Los geht’s!

Mit dabei der Bayrische Rundfunk und sein Kamerateam, das uns an ausgewählten Stellen der Strecke filmt und der Münchner Merkur. In dem Bergsteigermagazin „Bergauf-Bergab“ wird es einen Beitrag über unseren Ultratrail im Karwendel geben (Ausstrahlungstermin noch offen).

Der erste Teil der Strecke hat es in sich, lange Anstiege und steile steinige Downhills. Von Mittenwald geht’s hinauf zum Wörnersattel und von dort zur Fereinalm und gleich wieder bergauf in Richtung Soiernspitze. Nach der Hälfte des Anstiegs wird’s richtig steil bis zum Gipfel der Soiernspitze. Von dort habe ich ein wunderschönes Panorama auf den Karwendel und in die andere Richtung die Soiernseen, den Walchensee und im Hintergrund den Starnberger See.

Auf dem Weg vom Soiernhaus zur Fereinalm wird es langsam Abend. Ich will noch vor Sonnenuntergang bei meiner ersten Verpflegungsstation nach 40km in Hinterriss sein. Davor muss ich auf dem Weg noch einen Bach durchqueren, Schuhe ausziehen und barfuß durch das eiskalte Nass. In Hinteriss wartet Petra schon und ich freue mich über ein warmes Essen und einen Kaffee.

Frisch gestärkt laufe ich in die Nacht! Angenehme Temperaturen zum Laufen auch noch auf über 1800m und ein wunderschöner Sternenhimmel der die Silhouetten umliegenden Berge erscheinen lässt.

Nach meinem Abstieg vom Plumsjoch nach Pertisau, treffe ich um drei Uhr in der Nacht  Petra zur zweiten Vepflegung. Wir waren alleine, der Bayrische Rundfunk und der Münchner Merkur lagen im Bett, außer uns nur eine Herde Kühe, die mitten auf der Straße ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten.

Meine Pause ist vorbei, ich muß weiter! Beim Aufstieg zum Lamsenjoch geht langsam die Sonne auf, es wird hell und wärmer und die Lamsenspitze glüht in einem beeindruckenden Morgenrot. Gemsen, Murmeltiere und ein Steinbock begleiten mich in der ersten Stunde des neuen Tages in der wunderschönen alpinen Landschaft rund um die Lamsenjochhütte.

Von dort laufe ich auf meiner Runde wieder zurück ins Rißtal zum großen Ahornboden in der Eng zur dritten und letzten Verpflegungsstation. Ich habe mittlerweile 80 km in den Beinen. Petra kommt mir ein Stück entgegen, sie ist putzmunter und gut drauf obwohl auch sie diese Nacht nicht geschlafen hat, sie war mit dem Auto rund um den Karwendel unterwegs, um mich an den drei Stellen zu betreuen. Ein kurzes Frühstück und weiter geht’s unterhalb der Laliderer Wände Richtung Karwendelhaus. Zu Beginn war es noch leicht bewölkt.

Das änderte sich, glühende Hitze beim fast 20km langen Downhill vom Karwendelhaus nach Scharnitz. Zum Glück war der Bach über weite Strecken des Wegs direkt neben der Strecke und ich konnte mich zwischendurch kurz erfrischen.

Die letzte Etappe von Scharnitz zum Ziel nach Mittenwald entlang der Isar geht schnell vorbei. Petra kommt mir vor dem Ziel entgegen und gemeinsam laufen wir über die Ziellinie. Wir haben es geschafft! Finisher unseres SCHROTHPOWER Ultratrails „Ich bin die Kraft“ im Karwendel.